Großfeuer in der Fußgängerzone

Um 01:02 Uhr gab die Integrierte Regionalleitstelle für die Itzehoer Feuerwehrleute Großalarm mit der Meldung: „F3 - Feuerschein in einem Dachstuhl“.
Hinter dem Kürzel F3 verbirgt sich das Alarmstichwort „Großfeuer“. Einsatzort: Feldschmiede 34 in Itzehoe. Besser bekannt als die „Fielmann“-Filiale.

Beim Brandobjekt handelt es sich um ein jahrhunderte altes Gebäude inmitten des Itzehoer Stadtkerns. Es hat neben dem Keller- und Erdgeschoss vier weitere Stockwerke, in welchem unter anderem eine Arztpraxis untergebracht ist. Im Dachgeschoss befindet sich eine Wohnung. Der historische Baustil hat zur Folge, dass hauptsächlich Holz und andere entflammbare Materialien verwendet sind. Itzehoes Stadtkern besteht in enger Bauweise aus ähnlich errichteten Gebäuden.

Sofort nach der Alarmierung begaben sich alle Kameraden auf den Weg zur Feuerwache bzw. zum Brandort. Von der Wache und aus dem Feuerwehrstützpunkt Edendorf rückten zeitgleich erste Kräfte mit Löschfahrzeugen und Hubrettungsgeräten aus, um Schlimmeres zu verhindern. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle bot sich den Kameraden ein Bild der Zerstörung und höchster Not. Ein junger Mann, Bewohner des Hauses, stand nach Hilfe rufend am Fenster seiner Wohnung. Aus Dach und Keller schlugen bereits meterhohe Flammen, und das Treppenhaus war aufgrund herunterstürzender Trümmerteile und Hitze nicht mehr passierbar. Aufgrund der baulichen Enge und der verwinkelten Lage der Wohnung schlugen Anleiterversuche mit Drehleitern jedoch fehl, auch in später durchgeführten weiteren Anleiterversuchen konnte die Wohnung nicht erreicht werden. Tragbare Leitern sind aufgrund der zu erreichenden Höhe nicht geeignet. Somit war eine Rettung des Mannes nicht über Leiterwege möglich. Sämtliche zeitgleichen Versuche über das Treppenhaus vorzugehen mussten wegen der oben genannten Probleme immer wieder abgebrochen werden.Im Inneren des Gebäudes war bereits durch starken Abbrand des Treppenraumes kein Durchkommen mehr möglich. Der Mann konnte nicht gerettet werden und verstarb noch während der Rettungsarbeiten.

Mittlerweile nachgeforderte Kräfte aus umliegenden Gemeinden stellten die Löschwasserversorgung sicher und waren als Atemschutzträger eingesetzt. Zudem war die Drehleiter aus Kellinghusen im Einsatz. Es galt, ein Übergreifen der Flammen auf weitere benachbarte Gebäude zu verhindern. Aufgrund des Alters der Gebäude und der dadurch verwendeten Materialien und Bauarten war die Gefahr des Übergreifens und Durchschlagens der Flammen durch Zwischenräume sehr hoch. So mussten im Innenangriff unter Atemschutz mittels Motorsäge zunächst Öffnungen in die Dachkonstruktion und in die Deckenplatten geschnitten und anschließend Löscharbeiten durchgeführt werden, alles in allem eine sehr schwere körperliche Arbeit für die Atemschutzträger. Glücklicherweise herrschte in der Brandnacht kein erwähnenswert starker Wind.

 

Da das Dachgeschoss nicht mehr passierbar war, wurde zur Bergung des Opfers und zur Sicherung der Brandruine ein Teleskopmastfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Elmshorn zur Unterstützung an die Einsatzstelle beordert. Von dessen Arbeitsbühne aus konnten dann die notwendigen weiteren Maßnahmen von Kripo und Feuerwehr durchgeführt werden. Versuche, mit dem Teleskopmastfahrzeug an das Fenster des Opfers zu gelangen schlugen jedoch fehl, so dass auch dieses als Rettungsweg nicht möglich gewesen wäre.

Den Hinterbliebenen des jungen Mannes möchten wir unser tiefes Mitgefühl aussprechen.

 

 

Eingesetzte Kräfte:

FF Itzehoe
- KdoW
- ELW
- 2x DLK 23/12
- 2x LF 16/12
- HLF 20/38
- TLF 16/25-P
- GW-L
- GW-AS

FF Oelixdorf
- LF 8/6
- TLF 8/18

FF Heiligenstedtenerkamp
- LF 8/6
- PKW

FF Kellinghusen
- TLF 16/25
- LF 8
- DLK 23/12
- MZF

FF Elmshorn
- ELW
- TM 32

TKFZ
Rettungsdienst
Notfallseelsorger
Polizei
Kripo
Stadtwerke
Ordnungsamt

 

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